Liebe ich ihn noch? Tipps von Paartherapeuten

Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Paartherapeutin, Pädagogin, Coach
Kategorie: Beziehungskrise
Lesedauer: Minuten
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Dr. Judith Gastner
Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Paartherapeutin, Pädagogin, Coach
Kategorie: Beziehungskrise
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Liebe ich ihn noch? Liebt er mich noch? Wie soll es mit uns weitergehen? - Was Sie machen können, wenn Sie sich nicht mehr sicher sind, ob mit Ihrer Beziehung noch alles 'stimmt'

Wir alle genießen das Gefühl, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein - und zwar mit dem oder den richtigen Menschen.

Unser Partner gehört zu den wichtigsten Menschen überhaupt in unserem Leben. Bei ihm wollen wir uns - ohne wenn und aber - aufgehoben fühlen. Von ihm möchten wir geliebt werden. Ihn möchten wir von Herzen lieben.

Was also hat es zu bedeuten, wenn in uns plötzlich Fragen laut werden wie:

  • "Liebst Du ihn überhaupt noch?"
  • "Fühlst Du Dich noch geliebt?"
  • "Willst Du wirklich an seiner Seite alt werden?"
  • "Kannst Du Dir vorstellen, das ganze Leben mit ihm zusammen zu bleiben?"
  • "Hast Du Dir 'Langzeitbeziehung' so vorgestellt?"
  • "Möchtest Du nicht noch viel mehr erleben?"
  • "Denkst Du wirklich noch, dass Ihr gut zusammenpasst?"
  • "Macht Dich Euer Sex (oder das, was davon übrig geblieben ist) glücklich?"
  • "Habt Ihr Euch eigentlich noch genug zu sagen?"
  • "Willst Du Dich nicht endlich mal wieder so richtig verliebt fühlen?"
    etc. etc.

Seit Sie und Ihr Partner einander kennengelernt haben, ist vermutlich schon einige Zeit vergangen. Die Phase der heftigen Verliebtheit gehört der Vergangenheit an, von der anfänglichen Leidenschaft ist nicht mehr viel zu spüren. Was also ist noch übrig geblieben von der einstigen Liebe und Verbundenheit? Sind alle guten Empfindungen, mir nichts, dir nichts, verschwunden?

Die große Frage nach der Liebe ist wohl eine der schwierigsten überhaupt in unserem Leben. Und letztlich kann sie nur jeder für sich selbst beantworten.

Die beruhigende Nachricht vorweg:
Eine Beziehung ist noch lange nicht am Ende, nur weil die Schmetterlinge im Bauch nicht mehr spürbar sind, weil vieles zur Gewohnheit geworden ist oder weil es manches Problem zu lösen gilt.

Die Gefühle dem Partner gegenüber verändern sich im Laufe der Zeit bei allen Paaren. Und mit allen Paaren meinen wir alle Paare... 😉

Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen dabei helfen, für sich herauszufinden,

  • woran Sie 'die Liebe' erkennen können (auch wenn sie über die Zeit ihre Gestalt verändert haben sollte)
  • anhand welcher Anzeichen sich festmachen lässt, dass wirklich keine Liebe mehr da ist und
  • welches die für Sie entsprechend passenden nächsten Schritte sein können.

Mit all denen, die sich dafür entscheiden, ihrer Beziehung noch einmal eine echte Chance zu geben, werden wir bewährte Tipps aus der paartherapeutischen Praxis und der Paartherapieforschung teilen:

  • Was braucht es, damit sich das Miteinander wieder als Bereicherung anfühlt?
  • Wie lässt sich eine bereits 'angezählte' Beziehung noch retten?

Die wichtigste Frage: Warum sind Sie momentan verunsichert?

Liebe ich ihn noch? Warum haben Sie Zweifel an der Beziehung?

Haben Sie manchmal Zweifel an Ihrer Beziehung? Dann geht es Ihnen wie sehr vielen Menschen... Und jetzt? - Stellen Sie sich Ihren Gefühlen und finden Sie heraus, was diese Unsicherheit zu bedeuten hat.

Fast alle Paare kommen im Laufe der Zeit an einen Punkt, an dem sie ihre Empfindungen dem Partner gegenüber hinterfragen. Das ist nichts Ungewöhnliches - und kann sich sogar sehr positiv auf die ganze Partnerschaft auswirken - allerdings nur dann, wenn die Zweifel bewusst wahrgenommen und letztlich ausgeräumt werden (können).

Schießt Ihnen die "Liebe-ich-ihn-noch"-Frage entweder ganz plötzlich oder sehr häufig in den Kopf, kann das ein Zeichen dafür sein, dass sich etwas verändert hat, z.B.

  • in Ihrer Beziehung selbst oder
  • in der Bewertung Ihrer Beziehung oder
  • in Ihren Phantasien oder
  • in Ihrem Umfeld oder
  • in Ihrer Lebensplanung

Was genau das ist, gilt es nun herauszufinden. Es gibt nämlich viele Gründe, die - je nach persönlichem Temperament und den jeweiligen Lebensumständen - zu einer leisen Verunsicherung oder direkt zu einem großen Gefühlschaos führen können.

Wichtig:
Es muss nicht zwangsläufig fehlende Liebe sein, die ausschlaggebend für zwischenzeitliche Unsicherheit bzgl. der eigenen Partnerschaft ist - auch wenn es sich zunächst so anfühlen mag.

Mögliche Gründe für Ihre Verunsicherung

Liebe ich ihn noch? Mögliche Gründe für Ihre Verunsicherung

Am Anfang einer Beziehung kreisen unsere Gedanken permanent um den anderen, wir sehnen uns nach Intimität und Sex, können das Glück kaum fassen, einander gefunden zu haben. Aber dann...

Es gibt viele Auslöser dafür, dass wir uns eines Tages in einem Gefühlschaos wiederfinden und nicht mehr wissen, ob wir (noch) 'das richtige' tun.

Haben wir wirklich (noch) den 'passenden' Partner an unserer Seite? Um welchen Preis wollen wir an der Beziehung festhalten? Müssen wir nicht etwas Grundlegendes verändern - und falls ja: Was?!

Einige der am häufigsten genannten Gründe, weshalb Menschen sich in ihrer Partnerschaft (zwischenzeitlich oder dauerhaft) nicht mehr wohl fühlen und ihre Gefühle hinterfragen, sind:

  • "Ich fühle mich vom anderen nicht mehr gesehen / verstanden / unterstützt."
  • "Ich wurde von meinem Partner sehr verletzt / enttäuscht."
    (-> falls eine Affäre der Auslöser sein sollte, finden Sie > hier < konkrete Hilfe)
  • "Ich selbst habe meinen Partner sehr verletzt / enttäuscht."
  • "Sex & Erotik ist ein schwieriges Thema bei uns (geworden)."

Erkennen Sie sich in einer (oder mehrerer) dieser Äußerungen wieder? Dann widmen Sie sich dem jeweiligen Thema mit möglichst viel Ruhe und Offenheit. Lesen Sie gerne auch unsere spezifischen Blogartikel. Sortieren Sie sich in Ruhe. Überstürzen Sie nichts.

Die eigene Verunsicherung besser verstehen

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Woher weiß ich, ob ich ihn noch liebe?

Große Fragen wie "Liebe ich ihn noch?" oder "Liebt er mich noch?" oder "Möchte ich mit ihm zusammenbleiben?" lassen sich nie auf die Schnelle beantworten. Wo Emotionen im Spiel sind, wird es komplexer. Hier gibt es kein eindeutiges Schwarz oder Weiß, Ja oder Nein.

Wir möchten Sie dabei unterstützen, Ihre Beziehung mit einem möglichst differenzierten Blick zu betrachten.

Am besten suchen Sie sich dafür einen Ort, an dem Sie ungestört sind.
Machen Sie es sich bequem.
Atmen Sie ein paarmal tief durch.
Lassen Sie jede der folgenden Fragen kurz auf sich wirken.

Was geht Ihnen durch den Kopf? Was fühlen Sie? Hören Sie Ihrem Herzen zu.

Anhand dieser Anzeichen können Sie spüren, ob Sie Ihren Partner noch lieben

Liebe ich ihn noch? Anzeichen dafür, dass Sie Ihren Partner noch lieben

Wenn wir bewusst (und ohne Ablenkungen!) an den eigenen Mann (bzw. Freund) und das bisherige "Wir" denken, spüren wir oft erstaunlich schnell eine Resonanz. - Was nehmen Sie wahr: Überwiegend 'gute' oder 'ungute' Empfindungen?

Versuchen Sie zunächst, Ihre Gedanken und Empfindungen zusammenzubringen und zu fühlen, was konkrete Erinnerungen an Ihre gemeinsame Beziehungsgeschichte und Ihr früheres und heutiges Miteinander in Ihnen auslösen.

(1) Die schönen Momente

Erinnern Sie sich an den Anfang Ihrer Beziehung. Wie war der Tag Ihrer ersten Begegnung? In was genau haben Sie sich verliebt? Wie hat sich das angefühlt: Die ersten Gespräche. Die ersten Blicke. Die ersten Zärtlichkeiten. Der erste Kuss. Der erste Sex. Das erste "Ich liebe dich". Der erste gemeinsam verbrachte Tag. Das erste Wochenende zusammen. Erstmals Pläne schmieden für einen Urlaub miteinander. Die ersten Gedanken an eine gemeinsame Zukunft. Das Gefühl: Das ist er! - Mein Mann.

Gibt es viele positive Erinnerungen an diese erste Zeit zu zweit? Was empfinden Sie in diesem Augenblick? Wenn eine gute Freundin Sie jetzt fragen würde: "Liebst Du Deinen Mann eigentlich noch? Denkst Du, Du hast es gut mit ihm getroffen?" - Was wäre Ihre spontane Antwort?

(2) Die schwierigen Momente

Erinnern Sie sich nun an weniger schöne Momente. Hat Sie vielleicht von Anfang an etwas verunsichert oder bereits gestört? Wie ging es Ihnen damals: Das erste Missverständnis. Das erste Genervtsein. Die erste Kränkung. Der erste Streit. Die ersten Zweifel. Die ersten größeren Probleme. Erstmals das Gefühl: "Vielleicht passt es ja doch nicht so gut, wie ich dachte."

Welche Momente fallen Ihnen spontan ein? Was fühlen Sie, wenn Sie daran zurück denken? Wie würden Sie die Frage "Liebe ich ihn noch?" in genau diesem Moment für sich beantworten?

(3) Ihr Umgang miteinander

Wie sind Sie miteinander umgegangen, als Sie frisch verliebt waren? Was hat Ihre Kommunikation damals ausgemacht, was heute? Behandeln Sie einander mittlerweile vielleicht anders als früher?

Wenn wir merken, dass sich der Ton verschärft, dass wir mit unserem Partner harscher und unachtsamer sprechen als wir mit Freunden und Arbeitskollegen umgehen würden - dann besteht Handlungsbedarf!

(4) Toleranz, Respekt, Wertschätzung

Was verstehen Sie unter Toleranz, Respekt und Wertschätzung? Was unter Liebe und Zusammengehörigkeit? In welchen Bereichen waren Sie von Anfang an unterschiedlich, in welchen ähnlich?

Leider passiert es relativ oft, dass wir in einer Partnerschaft irgendwann mit dem "Großen Umerziehungsprogramm" starten und ausgerechnet den Menschen, den wir lieben, verändern wollen. Wir kritisieren und maßregeln ihn zunehmend. Vielleicht empfinden wir das sogar als relativ normal, weil wir es manchmal ganz ähnlich bei anderen Paaren miterleben. Normal sollte das aber keinesfalls bleiben. Denn: Häufige Kritik 'macht etwas' mit dem Kritisierten und mit dem Kritisierenden. Tagtägliche Kritik schafft emotionale Distanz.

Ursache & Wirkung: Wo stehe ich? Wie bringe ich mich in unsere Beziehung ein?

Fragen Sie sich an dieser Stelle weiterhin "Liebe ich ihn noch?" und "Lohnt es sich, unserer Liebe noch einmal eine Chance zu geben?" Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Blick auf alle Ursachen zu lenken, die Sie selbst in Ihrer Beziehung - bewusst oder unbewusst - setzen, denn:

Unser eigenes Verhalten, unsere eigenen Einstellungen und unser eigenes Erleben beeinflussen in großem Maße das Verhalten, die Empfindungen und das Erleben unseres Partners - und damit auch die gemeinsame Beziehungsdynamik und die Atmosphäre zwischen uns.

Daher ist es immens wichtig, regelmäßig den Blick darauf zu lenken, was man selbst an Signalen aussendet.

Machen Sie für sich den Test und finden Sie genauer heraus, welches Ihr persönlicher Beitrag für die gemeinsame Beziehungsqualität ist.

(1) Wie kompromissbereit bin ich?

In jeder Partnerschaft kann es Unstimmigkeiten geben. Wir können nicht in jedem Punkt mit einem anderen Menschen übereinstimmen - und genau das macht Beziehungen ja auch interessant. Wie aber gehen wir damit um, wenn verschiedene Bedürfnisse und Wahrnehmungen aufeinandertreffen?

  • Kommt es vor, dass Sie persönliche Unterschiede als Zeichen für fehlenden Gleichklang oder gar mangelndes 'Geliebt werden' oder 'Lieben' (fehl)interpretieren?
  • Sprechen Sie solche Dinge an oder schlucken Sie Ihren Unmut herunter?
  • Und Hand aufs Herz: Ist es Ihnen in erster Linie wichtig, Ihre eigenen Pläne umzusetzen - ganz egal, wo Ihr Partner gerade steht - oder sind Sie in Ihrer Beziehung grundsätzlich kompromissbereit?

Wenn Ihnen (noch immer) daran liegt, mit Ihrem Partner in einen offenen Austausch zu kommen und faire Kompromisse zu finden, können Sie dies als erstes positives Zeichen bei der "Liebe ich ihn noch"-Antwortsuche deuten... 🙂

(2) Wie respektvoll bin ich?

Wie lauten Ihre (gaaaaaanz ehrlichen!) Antworten, wenn Sie an Ihren Partner denken und sich selbst befragen:

  • Hast Du ihn in letzter Zeit wirklich respektvoll behandelt?
  • Denkst Du, er hat das Gefühl, dass Du seine Beiträge für die Beziehung siehst und schätzt?
  • Wann hast Du ihm das letzte Mal gesagt/geschrieben, dass Du an ihn denkst oder ihn liebst?
  • Möchtest Du wirklich, dass er sich in Deiner Gegenwart wohl fühlt?
  • Hörst Du ihm noch aufmerksam zu? Willst Du wissen, welche Dinge ihn beschäftigen?
  • Hast Du ihm in letzter Zeit weh getan? Kannst Du mit Sicherheit sagen, dass Du ihn nicht versehentlich gekränkt hast oder manchmal sogar absichtlich verletzen wolltest oder willst?

Respektvoll mit anderen Menschen umzugehen, ist nicht nur ein Aspekt der Frage "Liebe ich oder liebe ich nicht?", sondern hat viel mit einer grundsätzlichen persönlichen Haltung zu tun.

(3) Wie bedingungslos liebe ich?

Je mehr wir mit all unseren Eigenarten und Besonderheiten akzeptiert werden, desto wohler und geborgener fühlen wir uns. Niemand möchte 'verdreht' oder nach den Vorstellungen eines anderen Menschen geformt werden.

Wenn wir lieben, wollen wir, dass derjenige entspannt in unserer Nähe ist. Allerdings kann sich das Anderssein unseres Partners manchmal wie ein großer Toleranz-Test anfühlen:

  • Wie gut gelingt es Ihnen, Ihren Partner mit seinen Ecken und Kanten zu akzeptieren?
  • Freuen Sie sich für ihn - auch wenn er ohne Sie eine gute Zeit verbringt?
  • Sind Sie glücklich, wenn er glücklich ist - auch wenn Sie selbst mal nicht dabei sein können?
  • Geben Sie ihm gerne, was ihm gut tut - ohne etwas dafür zurückzuerwarten?

Dem Partner Gutes tun können - ohne darauf zu warten, dass er sich dafür 'erkenntlich' zeigt, ist ein Zeichen von Liebe.

(4) Wie änderungsbereit bin ich?

Wie lautet hier Ihre Antwort: Ist es Ihnen noch wichtig - bzw. sind Sie bereit dazu -, an sich selbst zu 'arbeiten', damit sich Ihr Partner in Ihrer Beziehung möglichst wohl fühlt?

  • Machen Sie bestimmte Alltagsdinge 'ihm zuliebe' anders, als Sie es für sich selbst tun würden? (Räumen Sie z.B. Ihre Gläser nach dem Benutzen weg, weil Sie wissen, dass das Ihren Partner sonst stören würde?)
  • Oder ist Ihnen das (mittlerweile) egal - und Sie nehmen seinen Unmut sogar bewusst in Kauf?

Wenn Sie nach wie vor darum bemüht sind, dass es Ihrem Freund bzw. Mann in Ihrem Miteinander gut geht - auch wenn das manchmal für Sie mit Einschränkungen Ihrer 'Komfortzone' einhergehen mag - dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass Ihnen Ihre Beziehung noch immer am Herzen liegt.

Verhalten Sie sich in Bezug auf solche vermeintlichen 'Kleinigkeiten' achtlos oder sind Sie nicht (mehr) bereit, sich dem anderen zuliebe Mühe zu geben, kann das steigendes Desinteresse an Ihrer Partnerschaft insgesamt signalisieren.

(5) Wie flirty bin ich?

"Liebe ich ihn noch?" "Sehne ich mich nach anderen Männern?" Wie viel hat das eine mit dem anderen zu tun? Gab und gibt es für Sie (noch) klare Grenzen à la: "Das würdest Du niemals machen - auch wenn Du es in einem bestimmten Moment vielleicht willst bzw. Dir sehr aufregend vorstellen würdest..."?

  • Denken Sie öfters voller Sehnsucht an andere Männer?
  • Wie flirtbereit sind Sie?
  • Erwischen Sie sich manchmal bei der Vorstellung, wie Ihre Zukunft mit einem anderen Mann aussehen würde?

Es ist nicht problematisch, hin und wieder seine Gedanken schweifen und seinen Phantasien freien Lauf zu lassen. Nimmt das allerdings überhand, sollte es Ihnen ernsthaft zu denken geben.

Das ist dann ein deutliches Zeichen dafür, dass Ihnen etwas in der Beziehung fehlt, was Sie sich sehr wünschen. Was ist es?

(6) Wie zukunftsorientiert bin ich?

Die Frage "Liebe ich ihn noch?" hat nicht nur mit unserer Gegenwart, sondern auch viel mit unserer Zukunftsplanung zu tun. Wo sehen Sie sich, wenn Sie sich gedanklich in die Zukunft 'beamen'?

  • Spielt Ihr Partner weiterhin eine zentrale Rolle?
  • Haben Sie eine Vorstellung davon, dass Sie mit Ihrem Partner an der Seite zufrieden alt werden könnten?
  • Ziehen Sie insgesamt an einem Strang und setzen Sie Pläne und Ziele oftmals gemeinsam um?

Wenn Sie diese Fragen überwiegend mit Ja beantworten können, ist noch Liebe im Spiel und es lohnt sich, an den Punkten, die Sie sich anders wünschen, zu arbeiten.

Was Sie tun können, um Ihre Beziehung wiederzubeleben

Was Sie tun können, um Ihre Beziehung wiederzubeleben

Denken Sie, dass in den zurückliegenden Jahren nicht Ihre Liebe insgesamt auf der Strecke geblieben ist, sondern sich - im Hamsterrad des Alltags - 'nur' der Umgang miteinander verändert hat? Möchten Sie wieder zu einem liebevollen WIR zurückfinden?

(1) Gehen Sie respektvoll mit Ihrem Partner um

In der Liebe geht es immer auch um Respekt. Ein respektvoller Umgang ist eine der Grundlagen, auf denen Beziehungsglück gedeihen kann. Wie bereits angesprochen: Gegenseitiger Respekt ist ein Indikator dafür, dass Liebe vorhanden ist - fehlt er, steht es schlecht um die Liebe.

Ist der Respekt nicht komplett verloren gegangen, können wir ihn wieder bewusst fördern. Nehmen Sie Ihren Partner nicht als selbstverständlich, sondern zeigen Sie ihm Ihre Anerkennung und den Wert, den er für Sie hat. Liebevolle Umgangsformen wie eine freundliche Begrüßung und Verabschiedung sollten (wieder) ebenso selbstverständlich dazugehören wie Äußerungen, die unser Wohlwollen und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

(2) Sprechen Sie Bedürfnisse und Wünsche an

Ihre Beziehung ist Ihnen wichtig, aber es kommt immer wieder zu Missklängen? Sie fühlen sich nicht wohl oder spüren, dass Ihre Grenzen nicht respektiert werden? Sprechen Sie mit Ihrem Partner - denn wenn Sie ihn nicht an Ihrer Gefühlswelt Anteil haben lassen, hat er keine Chance, sich auf Sie einlassen zu können. Wenn auch ihm etwas an der Partnerschaft liegt, wird er sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf Sie zubewegen.

Es stört Sie z.B., dass er ständig zu spät kommt und es nicht für nötig hält, Ihnen zumindest eine kurze Mitteilung zu schicken? Teilen Sie ihm das mit - ggf. auch immer wieder aufs Neue - und sagen Sie, was Sie sich anders wünschen. Achten Sie darauf, einen konsequent respektvollen Umgangston beizubehalten.

Seien Sie ehrlich zu Ihrem Partner, was Ihre Wünsche betrifft. Auch wenn er Sie lange kennt, kann er keine Gedanken lesen. Hören Sie auf Ihre Bedürfnisse und kommunizieren Sie diese direkt. Nähe, Liebe, Geborgenheit, Ruhe und vieles mehr möchten gesehen und gehört werden. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gefühlswelt und bleiben Sie auch in der Partnerschaft in der Selbstfürsorge.

(3) Stärken Sie Ihre Kommunikation

Es ist nicht nur wichtig, dass Sie über Bedürfnisse sprechen - sondern vor allem auch wie. Mit den Jahren schleicht sich bei fast allen Paaren eine gewisse "Kommunikations-Routine" ein. Bestimmte Muster werden zur Gewohnheit. Leider zählen dazu häufiger auch Verallgemeinerungen und "Du-Botschaften". Das kann dann in etwa so klingen:

  • "Ständig kommst Du zu spät..."
  • "Warum musst Du eigentlich immer..."
  • "Wieso kannst Du nicht endlich...“
  • "Weshalb fühlst Du dich sofort angegriffen..."
  • "Kannst Du nicht ein einziges Mal..."
  • "Über Probleme sprechen konntest Du ja noch nie besonders gut..."

Weit besser ist es, spezifische Beispiele ruhig anzusprechen. Beziehen Sie sich auf die konkrete Situation und stellen Sie nicht das (uuunmögliche ;-)) Verhalten des anderen, sondern Ihre Gefühle in den Vordergrund. Lassen Sie Ihrem Partner anschließend Zeit, darüber nachzudenken und seine Perspektive zu schildern. Sogenannte "Ich-Botschaften" sind immer eine gute Wahl. In unserem ersten Beispiel wäre eine bessere Formulierung: "Es hat mich vorhin verletzt, dass ich eine halbe Stunde auf dich warten musste, ohne zu wissen, warum Du nicht kommst."

Bleiben Sie in einem Streit im Hier und Jetzt. Weder sollten Sie Ihrem Partner vergangene Verfehlungen vorhalten, noch mögliche zukünftige. Konkrete Vorschläge, wie Sie sich ihr gemeinsames Leben vorstellen könnten, sind natürlich möglich.

(4) Bleiben Sie mit Ihrem Partner in Verbindung

In längeren Partnerschaften werden Textnachrichten oder gar Telefonate tagsüber immer seltener. Oft wird nur noch geschrieben, wenn etwas Dringendes anfällt - sei es, um mitzuteilen, dass man später aus der Arbeit kommt oder um den anderen mit Einkäufen zu beauftragen.

Versuchen Sie, Ihre Verbindung zu stärken, indem Sie Ihrem Partner wieder bewusst nette Aufmerksamkeiten - unabhängig von der Alltagsorganisation - zukommen lassen. Kleine Botschaften sind ein Zeichen dafür, sich auch im stressigen Alltag Gedanken um den anderen zu machen.

Große Gesten sind zwar schön für unsere Erinnerungskiste, die kleinen Gesten machen aber unsere Lebensqualität aus.

(5) Achten Sie auf regelmäßige Zeiten für Zweisamkeit

Damit Ihre Beziehung gedeihen kann, braucht es ausreichend Zeit zusammen: Zeit zu zweit, in der Sie Alltag und Haushalt bewusst ruhen lassen. "Du musst noch..."-Gedanken haben in dieser Quality Time nichts verloren. Schaffen Sie wieder Intimität und Nähe, machen Sie gemeinsam etwas, das Ihnen beiden gut tut. Schaffen Sie bewusst Raum, um sich auch körperlich (wieder) nahe zu sein. Vielleicht brechen Sie zwischendurch die Gewohnheit und probieren auch erotisch zusammen etwas Neues aus.

So steigen die Chancen, auch in einer vertrauten Beziehung Leidenschaft zurück ins Liebesleben zu bringen: Neue Orte, neue Tageszeiten, neue Positionen sorgen für neues Kribbeln. Das stärkt nicht nur Ihr Sex-Leben, sondern darüber hinaus die Liebe insgesamt.

(6) Nehmen Sie sich Zeit für sich

Auch wenn es paradox klingen mag: Nähe kann auch durch Entfernung wachsen. Liebe ist ein Kind der Freiheit. Unternehmen Sie regelmäßig auch Dinge alleine oder zusammen mit Ihren Freundinnen, gehen Sie weiterhin Ihren Interessen und Hobbys nach, halten Sie Ihren Alltag lebendig. Wer immer aufeinander klebt, kann sich schließlich nicht vermissen.

Liebe ich ihn noch oder ist es nur Gewohnheit?

Sie fragen sich: "Liebe ich ihn noch oder ist es nur Gewohnheit?" Dies ist eine häufige Frage, die sich Menschen in langjährigen Beziehungen oft stellen. Es ist wichtig zu erkennen, dass Liebe und Gewohnheit zwei verschiedene Dinge sind.

Liebe ist ein intensives Gefühl von Zuneigung und Zärtlichkeit gegenüber einer anderen Person.

Gewohnheit hingegen ist eine Handlung, die so oft wiederholt wird, dass sie automatisch wird.

Wenn Sie sich fragen, ob Ihre Gefühle für Ihren Partner auf Liebe oder Gewohnheit beruhen, sollten Sie auf bestimmte Anzeichen achten. Fehlt die Leidenschaft in Ihrer Beziehung? Fühlen Sie sich emotional distanziert von Ihrem Partner? Sind Sie glücklicher, wenn Sie Zeit ohne ihn verbringen?

Wenn Sie auf diese Fragen mit Ja antworten, könnte es sein, dass Ihre Beziehung mehr auf Gewohnheit als auf Liebe basiert.

Es ist wichtig, diese Gefühle zu erkennen und zu adressieren, um eine gesunde und erfüllende Beziehung zu führen. Online-Paartherapie kann dabei helfen, diese Fragen zu klären und Wege zu finden, um die Liebe in Ihrer Beziehung wieder zu entfachen.

Fazit: Die große "Liebe ich ihn noch?"-Frage

Ist es noch Liebe? Viele Partnerschaften kommen früher oder später an den Punkt, an dem sich beide Partner diese Frage stellen. Das ist vollkommen normal. Auch in anderen Lebensbereichen gibt es Höhen und Tiefen. Steht die Beschäftigung mit der Frage "Liebe ich noch wirklich?" oder "Liebt er mich noch immer?" allerdings über einen längeren Zeitraum auf der Tagesordnung, muss genau hingeschaut werden.

In diesem Artikel haben wir Ihnen Hinweise genannt, wie Sie überprüfen können, ob noch Liebe vorhanden ist. Ist das der Fall, gibt es bewährte Maßnahmen, um der Beziehung wieder auf die Sprünge zu helfen.

Unsere Partnerschaft ist ein essentieller Teil unserer Lebensgeschichte und es gibt einen großen gemeinsamen Erfahrungsschatz. Daher lohnt es sich fast immer, um die Liebe zu kämpfen.

Der erste Schritt ist zugleich der Wichtigste:

Sprechen Sie mit Ihrem Partner. Vergewissern Sie sich, ob Sie beide noch dasselbe Ziel verfolgen. Kämpfen Sie gemeinsam für Ihre Liebe und werden Sie wieder ein Team.

 

Wir wünsche Ihnen alles Liebe für sich und Ihre Beziehung!

Ihre Dr. Judith Gastner & das PaarBalance-Team


Häufige Fragen

Warum bin ich unsicher, ob ich meinen Partner noch liebe?

Dass sich die Gefühle für den Partner im Laufe der Zeit verändern, ist normal. Kommen zu den veränderten Emotionen Streitigkeiten, sexuelle Unzufriedenheit oder mangelnde Zeit zu zweit hinzu, kann das sehr verunsichern. Empfehlung: Verhalten Sie sich Ihrem Partner gegenüber eine Woche lang genauso liebevoll und aufmerksam wie in Ihren Beziehungsanfängen. Was passiert?

Woran merkt man, ob man den Partner noch liebt?

Wer bewusst darauf achtet, welche Gefühle durch Erinnerungen an die gemeinsame Beziehungsgeschichte ausgelöst werden, kann meist feststellen, welche Emotionen überwiegen. Besonders aussagekräftig: Emotionen, die bei den Gedanken an den Beziehungsanfang oder an erste schwierige Momente entstehen oder bei der Vorstellung, den anderen final zu verlieren.

Liegt es an mir, wenn ich unsicher bin, ob ich meinen Partner noch liebe?

In einer Beziehung beeinflussen sich das Erleben und Verhalten beider Partner immer gegenseitig – und somit auch die Dynamik in der Partnerschaft. Daher sollte man den eigenen Beitrag zur Atmosphäre in der Beziehung möglichst umfassend verstehen. Wie kompromissbereit, respektvoll, liebevoll, änderungsbereit, loyal, flirtoffen, zukunftsorientiert bin ich selbst?

Wie lässt sich das liebevolle Gefühl für den Partner zurückholen?

Wenn das Fundament der Liebe intakt ist, können kleine Veränderungen die warmen und positiven Empfindungen zurückbringen. Was passiert, wenn Sie versuchen, sich wieder so liebevoll und interessiert wie am Anfang Ihrer Beziehung zu verhalten? Und was, wenn Sie wieder mehr Ihr eigenes Profil schärfen, so dass Sie einander umso mehr zu erzählen haben?

Woher weiß ich, ob es Liebe oder Gewohnheit ist?

Viele Menschen fragen sich in einer Langzeitbeziehung, ob sie ihren Partner noch lieben oder nur noch aus Gewohnheit zusammen sind. Wenn die Leidenschaft in der Partnerschaft fehlt, man sich distanziert fühlt und glücklicher ist, Zeit ohne den anderen zu verbringen, können das deutliche Anzeichen dafür sein, dass ein Paar nicht mehr aus Liebe beieinander ist.

Über die Autorin / den Autor

Dr. Judith Gastner ist Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Pädagogin und Paartherapeutin. Die Mitbegründerin und wissenschaftliche Leiterin von PaarBalance, der bekanntesten interaktiven Paartherapie online im deutschsprachigen Raum, unterstützt seit über 20 Jahren Menschen in den Bereichen Beziehungsanbahnung, Partnerschaftsgestaltung, Sexualität, Krisenbewältigung & Trennungsverarbeitung.