Romantik in längeren Beziehungen – Wie können wir sie wieder wachküssen?

Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Paartherapeutin, Pädagogin, Coach
Lesedauer: Minuten
Dr. Judith Gastner
Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Paartherapeutin, Pädagogin, Coach
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Romantik in längeren Beziehungen

Als Paartherapeuten hören wir immer wieder den Satz: „Mein Partner ist so unromantisch!

Fehlende Romantik ist einer der möglichen Streitpunkte in Beziehungen. Vor allem Frauen wünschen sich von ihrem Liebsten häufig mehr romantische Gesten und beklagen: „Am Anfang war das irgendwie noch ganz anders, aber mit der Zeit hat mein Partner jede Form von Romantik abgelegt.“

In diesem Artikel finden Sie

  • Ein paar Infos, wo "das mit der Romantik" überhaupt herkommt,

  • Antworten auf die Frage, warum sich "die Romantik" häufig verabschiedet und

  • Tipps, wie Sie "echte Romantik" in Ihre Langzeitbeziehung zurückholen können.

Mehr als Rosen und Love Songs: Was ist Romantik?

Was ist Romantik?

Ursprung der Romantik

Der Begriff Romantik hat seinen Ursprung in der Kunstgeschichte und leitet sich von "lingua romana", also der romanischen Sprache, ab.

Die Epoche der Romantik erstreckte sich vom Ende des 18. bis ins späte 19. Jahrhundert hinein. Phantastische oder traumhafte Darstellungen der Natur in Literatur, Kunst, Musik und Philosophie waren Merkmale der Romantik. Bekannte Vertreter sind beispielsweise Caspar David Friedrich und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Hollywood-Romantik

Im heutigen Sprachgebrauch wird 'Romantik' verwendet, um Begebenheiten voller Gefühl oder Sehnsucht zu beschreiben. Hollywood und beinahe jeder Liebes-Roman zeigen uns Motive wie Kerzenschein und rote Rosen als romantische Idealbilder. Doch nicht für alle Menschen ist das die perfekte Romantik.

Romantik - immer wieder ein Grund für Missverständnisse

Was als romantisch erlebt wird, kann für jeden etwas Anderes sein. Deshalb kommt es nicht selten zu Missverständnissen. Was vom einen Partner als romantische Geste gemeint war, wird vom anderen nicht als solche aufgefasst. Vielleicht beschwert er sich sogar, dass der Liebste vollkommen unromantisch sei. Dieser wiederum kann eine solche Beschwerde überhaupt nicht nachvollziehen, da er von sich das Selbstbild "Großer Romantiker" hat. Hier bedarf es also einer Aufklärung.

Was "romantisch" ist und was nicht (mehr), muss jedes Paar gemeinsam definieren - und zwar immer wieder aufs Neue. Denn Vorlieben können sich mit der Zeit verändern.

(K)ein Rezept für Romantik

Zutaten & Rezept für Romantik

Wenn Romantik so unterschiedlich wahrgenommen wird, warum erleben dann beinahe alle Frischverliebten ihren neuen Partner als romantisch?

Das ist ganz einfach zu erklären: Wer frisch verliebt ist, liest dem anderen jeden Wunsch von den Augen ab, um ihm zu zeigen, was er für ihn empfindet. So entstehen romantische Momente sozusagen „automatisch“.

Der erste Überschwang der Gefühle lässt jedoch mit der Zeit nach – und somit auch die "natürliche" Romantik. Nun stellen sich romantische Momente nicht mehr von selbst ein, sondern müssen immer wieder bewusst geschaffen werden. Geschieht das nicht, erleben das viele Paare als ernüchternd und empfinden das "Nachlassen der Romantik" als Verlust.

Werden Sie also aktiv und holen Sie sich die Romantik in Ihrer Liebe zurück. Wer seinen Partner (endlich mal wieder... :-)) mit einer romantischen Geste überraschen möchte, sollte sich dabei zunächst einen kurzen Moment der Besinnung gönnen und sich fragen: Wird mein/e Liebste/r mein als romantisch ersonnenes Vorhaben auch als romantisch erleben? Oder würde ihn etwas anderes viel mehr berühren?

Ist "Meine Art von Romantik" auch "Deine Art von Romantik"?

Wer eine liebevolle Geste "verschenken" möchte, sollte sich also regelmäßig in seinen Partner hineinfühlen oder nebenbei Fragen stellen à la: "Wie fändest Du eigentlich xyz?" "Ich habe neulich von xyz gehört und fand die Idee schön. Was hältst Du von so was?". Nur dann kann er ein gutes Gespür dafür bekommen, was der andere mit großer Wahrscheinlichkeit auch wirklich als romantisch empfinden wird.

Um im romantischen Sinne liebevoll zu sein, muss nämlich nicht auf Romantik-Klassiker zurückgegriffen werden.

Es braucht also weder das hollywoodreife 5-Gänge-Menü mit Smoking und Abendrobe, noch die 1.000 Blütenblätter auf dem Bettlaken oder die schaumige Badewanne mit den 250 Teelichtern im gesamten Bad (-> kann es aber natürlich sein, wenn er/sie tatsächlich darauf abfährt... :-)).

Romantik in der Liebesbeziehung

Entscheidend ist einzig und allein, dass sich der Partner über die Geste freut und spürt, dass wirklich er/sie gemeint ist. Steht er beispielsweise ausschließlich auf Heavy Metal, kommt die Kuschelrock-CD vermutlich nicht so bombig bei ihm an. Dann vielleicht doch lieber mal wieder seine Lieblings-Schoki (ein Fetisch von ihm seit KiTa-Zeiten, wie er beim Kennenlernen mal verraten hat...) besorgen und auf sein Kopfkissen legen!

Was die meisten Menschen als romantisch erleben: Zu spüren, dass sich der/die Liebste/r gemerkt hat, was einen berührt oder sentimental macht - und sich Gedanken darüber gemacht hat, wie er einem einen besonderen Moment schenken könnte. Die "5 ultimativen Romantik-Tipps" auf der dritten Seite des erstbesten Romantik-Ratgebers auszuprobieren, bringt es daher nicht. Ein echt gemeinter kleiner Liebesbrief oder eine Post-It-Botschaft am Spiegel können weit wertvoller sein als ein teures Geschenk.

"Wes Geistes Kind" ist Ihr Partner? Welche "Sprachen der Liebe" spricht er? Seien Sie aufmerksam und neugierig, welche Hinweise er Ihnen (bewusst oder unbewusst) im Alltag gibt:

  • Erwähnt er irgendwelche Dinge oder Aktivitäten, die ihm gut gefallen würden?

  • Hat er sich mal in einem Nebensatz etwas bestimmtes gewünscht?

  • Wirkt er bei manchen Themen ein kleines bisschen wehmütig?

Dann machen Sie sich am besten sofort eine kleine Notiz auf Ihrer persönlichen „Romantik-Liste“.

Die romantischen Gesten sollten aber auch zum Schenkenden passen, damit sie authentisch und nicht aufgesetzt wirken. Wenn sie echte Wertschätzung und Zuneigung ausdrücken und von Herzen kommen, können bewusst zelebrierte romantische Moment eine wundervolle Art der Beziehungspflege sein.

Weniger ist oft mehr

Doch Vorsicht: Wird ein Partner mit vermeintlich romantischen Gesten förmlich überschüttet (insbesondere dann, wenn auch eher für ihn "unpassende" Aktionen dabei sind), kann das verständlicherweise Zweifel an den Absichten des vermeintlichen Romantikers wecken und manipulativ wirken.

Romantische Gesten: Weniger ist oft mehr

Schuldgefühl und Romantik? - Kein gutes Paar!

Wenn diese Sorgen berechtigt sind und vermeintlich romantische Aktionen gezielt eingesetzt werden, um den Partner zu etwas zu drängen oder eigenes Fehlverhalten - wie einen Seitensprung - zu kaschieren, dann ist das fatal. Das Bedürfnis des Partners nach Romantik sollte niemals zum eigenen Vorteil missbraucht werden – das ist nämlich nicht nur unfair, sondern schadet einer Beziehung massiv.

Romantik auf Knopfdruck?

Ebenfalls potenziell beziehungsschädigend ist es, wenn Romantik „auf Knopfdruck“ erwartet wird, etwa am Valentinstag oder am Jahrestag. Die Erwartungen an solchen Tagen sind oft derart hoch, dass sie nicht zu erfüllen sind und schließlich enttäuscht werden.

Beschränken Sie romantische Gesten daher nicht auf "besondere Gelegenheiten", sondern genießen Sie Romantik lieber an "normalen Tagen“, an denen sie wirklich von Herzen kommt.

Wie steht es um die Romantik und die positiven Gefühle in Ihrer Partnerschaft?

Um das bestehende Wir-Gefühl und die Verbundenheit ist der Partnerschaft zu stärken, braucht es ein gutes Gefühl dafür, in welchen Bereichen es besonders "gut läuft" und was Sie beide als Paar ausmacht. Zugleich ist es aber auch wichtig, achtsam für diejenigen Bereiche zu sein, in denen "Luft nach oben" ist.

Wenn Sie einen genauen Überblick darüber haben, wo und warum Sie in Ihrem Miteinander besondere Stärken haben und wo Sie gut aufpassen sollten (da es "heikles Terrain" ist), kommt es viel seltener zu unbeabsichtigten Verletzungen.

  • Wie erleben Sie Ihre Beziehung?

  • Wie gestalten Sie Ihre Beziehung?

  • Wie viele besondere Momente der Nähe und Verbundenheit gibt es zwischen Ihnen beiden?

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Über die Autorin / den Autor

Dr. Judith Gastner ist Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Pädagogin und Paartherapeutin. Die Mitbegründerin und wissenschaftliche Leiterin von PaarBalance, der bekanntesten interaktiven Paartherapie online im deutschsprachigen Raum, unterstützt seit über 20 Jahren Menschen in den Bereichen Beziehungsanbahnung, Partnerschaftsgestaltung, Sexualität, Krisenbewältigung & Trennungsverarbeitung.