Nachhaltige Beziehungen: Wie Ihre Liebe lange hält

Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
Lesedauer: Minuten
Juliane Schrick
Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
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Schon alle Zutaten für eine glückliche Beziehung beisammen? 
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Nachhaltige Beziehungen: Wie Ihre Liebe lange hält

Sich zu verlieben, fällt vielen Menschen nicht schwer. Doch allzu oft verfliegen die Gefühle fast genauso schnell, wie sie gekommen sind, ohne dass überdauernde Partnerschaften daraus entstehen.

Eine nachhaltige Beziehung zu gestalten, in der die Liebe ein Leben lang hält, erfordert Investitionen beider Partner – und damit sind nicht in erster Linie finanzielle Beiträge gemeint.

Aufmerksamkeit(en) für die Liebe

Aufmerksamkeit und Interesse sind elementar für eine nachhaltige Beziehung

Wenn zwei Menschen sich kennenlernen, fühlt die junge Beziehung sich meist wie ein „Selbstläufer“ an.

Mit der Zeit geht dieses beschwingte Gefühl jedoch verloren und viele fragen sich: Wie können wir unsere Liebe jetzt festhalten? Paartherapeuten kennen die Antwort: Eine der wichtigsten Zutaten für eine nachhaltige Beziehung ist Aufmerksamkeit für den Partner. Während wir den anderen am Anfang noch mit Fragen löchern, weil wir einfach alles über ihn wissen möchten, lässt diese Neugierde immer mehr nach. Nach einer gewissen Zeit glauben wir, den anderen nun genau zu kennen und nichts mehr über ihn lernen zu können. Das ist jedoch ein Trugschluss, denn Menschen verändern und entwickeln sich ein Leben lang.

  • Interessieren Sie sich daher weiterhin aufrichtig für ihren Liebsten, seine Bedürfnisse, Leidenschaften und Sorgen.

  • Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für einen persönlichen Austausch, hören Sie Ihrem Partner in diesen Gesprächen aktiv zu und begegnen Sie ihm stets mit Respekt.

  • Öffnen auch Sie sich und trauen Sie sich, sich verletzlich zu zeigen – nur so können Sie beide sich immer wieder neu kennenlernen und dabei emotionale Nähe, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis aufbauen und auf Dauer aufrechterhalten.

Das vertieft Ihre Bindung und verhindert, dass sich die Gespräche irgendwann nur noch um oberflächliche Themen wie den nächsten Einkauf und Haushaltsfragen drehen.

Indem Sie immer wieder aktiv nachfragen, was ihn gerade bewegt, signalisieren Sie Ihrem Partner, dass er Ihnen (auch nach vielen gemeinsamen Jahren) noch immer wichtig ist. Außerdem kennen Sie dadurch jederzeit seine aktuelle Lebenssituation, Probleme und Schwierigkeiten - das ermöglicht Ihnen, ihn in jeder Lebenslage passend und effektiv zu unterstützen. Neben Aufmerksamkeit helfen zudem auch Aufmerksamkeiten dabei, eine nachhaltige Beziehung zu gestalten: Kleine Geschenke wie die Lieblingsschokolade oder ein Kaffee am Bett drücken Ihre Wertschätzung und Zuneigung aus. Erwarten Sie jedoch nicht immer sofort eine Gegenleistung, denn die Liebe ist keine Geschäftsbeziehung, in der wir "faire Preise" mit Lieferanten oder Kunden aushandeln, Kundenbeziehungen pflegen oder die Interessen von Stakeholdern eines Unternehmens im Blick haben müssen.

Wenn Sie Ihren Liebsten öfter mit solchen Aufmerksamkeiten überraschen, wird er schon bald von sich aus den Wunsch verspüren, auch Ihnen etwas Gutes zu tun, und selbst einen Beitrag zum Kreislauf der Reziprozität leisten.

Gemeinsame Neues erleben und Konflikte lösen für mehr Nachhaltigkeit

Gemeinsame Neues erleben und Konflikte lösen für mehr Nachhaltigkeit

Ein weiteres wichtiges Element für den Aufbau einer nachhaltigen, stabilen Partnerschaft sind gemeinsame Erlebnisse. Unternehmen Sie kleine „Alltagsabenteuer“. Sie sorgen dafür, dass eine Beziehung langfristig aufregend und erfüllend bleibt und stellen sicher, dass sich keine einschläfernde „Beziehungsroutine“ einschleicht. Außerdem schaffen sie neue Erinnerungen, in denen Sie zukünftig zusammen schwelgen können.

Gemeinsame Hobbys – am besten zu wiederkehrenden, festen Terminen –, schaffen Möglichkeiten, um regelmäßige Zeit zu zweit im Alltagsstress unterzubringen. Besonders bereichernd sind Aktivitäten, die Zusammenarbeit der Partner erfordern, beispielsweise Kochen oder Standardtanz, denn dabei können Sie sich im Teamwork üben, es spielerisch immer weiter verbessern und den gemeinsamen Erfolg genießen.

Sind die Partner gut eingespielt, fällt es auch im Alltag leichter, Kompromisse zu finden und Konflikte zu lösen. Eine nachhaltige Beziehung muss dabei nicht ohne Reibereien auskommen – die gibt es schließlich in jeder Partnerschaft, überall auf der Welt. Entscheidend ist, dass es Ihnen gelingt, unterschiedliche Bedürfnisse fair zu regeln. Dafür ist eine konstruktive Kommunikation das A und O. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen und harsche „Du-Botschaften“ à la „Nie räumst du auf, immer lässt du alles liegen“ – das lädt zum Gegenangriff ein und suggeriert, dass Sie nicht mehr an positive Veränderungen glauben. Beschreiben Sie stattdessen Ihre eigenen Gefühle und Wünsche in Form von „Ich-Botschaften“. Seien Sie bereit, aufeinander zuzugehen, um einen gemeinsamen Weg zu finden. So gestalten Sie eine nachhaltige Beziehung, die ein Leben lang hält und Ihren Alltag bereichert.

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Über die Autorin / den Autor

Juliane Schrick ist Psychologin (M.Sc.) und absolviert aktuell die Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin. Sie hat Erfahrung in der stationären und ambulanten Unterstützung von Menschen und Paaren in Krisensituationen und ist in der psychologischen Online-Beratung tätig. Seit mehreren Jahren forscht sie mit Leidenschaft im Bereich der Paar- und Beziehungspsychologie.