Monogamie / Polyamorie: 2 Beziehungsmodelle unter der Lupe

Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
Lesedauer: Minuten
Juliane Schrick
Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
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Was monogame und polygame Beziehungsmodelle unterscheidet und wie sie ausgestaltet werden können

Eine Liebesbeziehung muss nicht immer aus nur zwei Menschen bestehen. Vielfältige Beziehungsformen ermöglichen es allen Liebenden, ihre Leben und ihre Partnerschaften so individuell zu gestalten, wie es zu ihnen passt.

Im Folgenden erfahren Sie, was monogame und polygame Beziehungsmodelle unterscheidet und wie sie ausgestaltet werden können.

Liebe ist bunt

Egal ob Monogamie, Polyamorie oder ein anderes Beziehungsmodell: Hauptsache die Liebe ist da!

In Deutschland ist die Monogamie die am weitesten verbreitete Beziehungsform. In einer monogamen Partnerschaft leben 2 Menschen – egal ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau – zusammen und führen keine weiteren Beziehungen außerhalb der Zweierbeziehung.

Die Polyamorie (lat. „Vielliebe“) unterscheidet sich davon, indem nicht nur zwei, sondern mehrere Personen eine Beziehung führen. Anders als in einer offenen Beziehung gibt es in polyamoren Beziehungen keine wechselnden (Sexual-)Partner, sondern mehr als 2 feste (Beziehungs-)Partner.

Wie genau eine polyamore Beziehung ausgestaltet wird, ist dabei individuell – denn Partnerschaften sind genauso vielfältig wie Menschen. So können polyamore Beziehungen beispielsweise nur aus Männern bestehen, nur aus Frauen, aus Männern und Frauen und auch aus non-binären Personen. Oft leben alle Beziehungspartner in einer gleichberechtigten, verbindlichen Liebesbeziehung miteinander. In anderen polyamoren Modellen führt eine Person eine Beziehung mit mehreren anderen Menschen, diese haben untereinander aber keine Liebesbeziehung, sondern pflegen beispielsweise eine vertraute Freundschaft.

Alle polyamoren Beziehungsformen haben gemein, dass alle Beteiligten voneinander wissen und miteinander einverstanden sind. Welche der Beziehungspartner sexuell aktiv miteinander sind, unterscheidet sich je nach den Wünschen aller Beteiligten. Offenheit, Ehrlichkeit und Respekt sind entscheidende Werte in polyamoren Partnerschaften – in diesem Punkt sind sie monogamen Partnerschaften also sehr ähnlich.

Welches Beziehungsmodell ist das richtige für mich?

Welches Beziehungsmodell ist das richtige für mich?

Welche Beziehungsform „die richtige“ ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, denn das kann jeder Mensch nur selbst herausfinden.

Oft werden von Eltern oder Freundeskreisen bestimmte Erwartungen an eine Person herangetragen – gerade in traditionellen oder konservativeren Umfeldern ist es oft die Erwartung, eine monogame Ehe zu führen. Reflektieren Sie für sich, ob das die Beziehungsform ist, die Sie sich für Ihr Leben wünschen.

Dabei lautet die grundlegende Frage: Lieben Sie (ein ganzes Leben lang) eine Person – oder empfinden Sie romantische Gefühle für mehrere Menschen?

Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, denn es geht um ihre persönlichen Bedürfnisse. Entscheidend ist jedoch in jedem Fall, dass alle Beteiligten sich die gewählte Beziehungsform wünschen und sich damit wohlfühlen. Lässt sich ein Partner ausschließlich dem anderen zuliebe auf ein Modell ein, mit dem er nicht glücklich ist, kann das keine gute Lösung sein, sondern wird zwangsläufig auf Dauer zu Ablehnung und Unzufriedenheit führen und die Beziehung gefährden. Sprechen Sie daher offen mit Ihrem Partner darüber, wenn Sie sich eine andere Form der Partnerschaft wünschen, und finden Sie einen gemeinsamen Weg.

Egal, für welches Modell Sie sich entscheiden: Treffen Sie Absprachen und stellen Sie gemeinsam Regeln auf. Halten Sie sich unbedingt an diese Absprachen. Haben Sie beispielsweise mit Ihrem Partner oder Ihren Partnern Treue vereinbart, zahlen Sie für einen Verstoß dagegen einen hohen Preis: Zerstörtes Vertrauen. Vertrauen bildet jedoch die Basis jeder Liebesbeziehung – unabhängig davon, ob sie monogam oder polyamor ist.

Unter Umständen können polyamore Beziehungen besondere Herausforderungen mit sich bringen. So kann die Navigation von Eifersucht und Konflikten zwischen den Beziehungspartnern anspruchsvoller sein als in monogamen Partnerschaften, da die Interessen und Emotionen von mehr als 2 Menschen berücksichtigt werden müssen. In diesen Fällen ist eine offene, ehrliche Kommunikation über eigene Gefühle und Bedürfnisse besonders zentral.

In der Liebe gilt grundsätzlich: Nur, wenn alle Beteiligten sich als gleichberechtigt, gleichermaßen gesehen und geschätzt erleben, kann eine Partnerschaft (egal mit wie vielen Menschen) langfristig glücklich und stabil sein.

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Über die Autorin / den Autor

Juliane Schrick ist Psychologin (M.Sc.) und absolviert aktuell die Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin. Sie hat Erfahrung in der stationären und ambulanten Unterstützung von Menschen und Paaren in Krisensituationen und ist in der psychologischen Online-Beratung tätig. Seit mehreren Jahren forscht sie mit Leidenschaft im Bereich der Paar- und Beziehungspsychologie.