Flirten: Was zählt dazu und wie gefährlich ist Fremd-Flirten?

Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
Lesedauer: Minuten
Juliane Schrick
Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
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Flirten: Was zählt dazu und wie gefährlich ist Fremdflirten in Beziehungen?

Am Anfang beinahe jeder Beziehung steht ein Flirt: Zwei Menschen lernen sich kennen. Sie gehen auf ihr erstes Date, kommen sich näher und zeigen sich durch neckische, liebevolle oder erotische Flirts, dass Interesse am anderen besteht.

Wahrscheinlich haben fast alle Männer und Frauen schon das ein oder andere Mal geflirtet und so manche Flirt-Tipps erhalten – aber vermutlich haben viele trotzdem schon unangenehme Flirt-Missverständnisse erlebt: Was der eine als harmlose Nettigkeit meint, kann beim anderen als offensives „Anbaggern“ ankommen.

Doch wie kommt es zu solchen Missverständnissen beim Flirten? Dieser Frage möchten wir nachgehen und uns anschauen, was klassisch zum Flirten gezählt wird und was es mit dem Phänomen „Fremd-Flirten trotz Beziehung“ auf sich hat.

Wo beginnt das Flirten – und wo endet es?

Wo beginnt das Flirten – und wo endet es?

Klare Definitionen oder feste Regeln darüber, welche Handlungen zum Flirten gehören, gibt es nicht. Jeder Mann und jede Frau hat einen ganz eigenen Flirt-Stil - nicht umsonst gilt Flirten schließlich als Kunst.

Bestimmte Verhaltensweisen und Signale können bei Flirtenden allerdings häufiger beobachtet werden. Beispiele dafür sind Komplimente, neckische Kommentare, eine zugewandte Körperhaltung, scheinbar zufällige Berührungen am Arm oder einer anderen Stelle am Körper, tiefe Blicke und ein flüchtiges (oder auch längeres) Lächeln. Geflirtet wird zudem nicht nur bei persönlichen Begegnungen, sondern kann auch online in Form von Textnachrichten und/oder Emojis zum Erfolg führen.

Welche der genannten Verhaltensweisen in welchem Ausmaß während des Flirtens eingesetzt werden, ist individuell. Daher bewerten verschiedene Menschen unterschiedliche Flirt-Techniken als angemessen. Flirtet Person A beispielsweise vorwiegend über Blickkontakt und sanfte Berührungen, kann Person B – die neckische Bemerkungen bevorzugt - dessen Flirtversuch als übergriffig empfinden.

Ursprüngliche hat das Flirten vor allem zwei Funktionen: Einen Menschen näher kennenzulernen und ihn von sich und den eigenen guten Eigenschaften zu überzeugen – mit dem Ziel, eventuell eine Beziehung zu initiieren. Flirts finden im Alltag häufig aber auch ohne eine solche Intention statt, beispielsweise unter Freunden oder als unterhaltsamer Zeitvertreib.

Fremd-Flirten während einer Beziehung – harmlos oder tabu?

Fremd-Flirten während einer Beziehung

Menschen und ihre Partnerschaften sind unterschiedlich. Daher ist es ebenso unterschiedlich, welches Verhalten des Partners als adäquat empfunden wird. Während die einen einen Fremd-Flirt des Geliebten als harmlosen Spaß interpretieren, fühlen andere sich dadurch gekränkt, nicht respektiert oder verunsichert und stellen ihre Beziehung und die Liebe des Partners infrage.

Zum Fremd-Flirten gibt es keine eindeutig „richtige oder falsche“ Haltung. Daher gilt als wichtigste Empfehlung: Kommunizieren Sie offen, was Sie beide als angemessen empfinden. Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wo seine persönlichen Grenzen liegen – und halten Sie diese ein. Denn ein Flirt, der für Sie nur ein unbedeutender Scherz und keine große Sache ist, kann Ihren Partner verletzen, wenn er dessen Grenzen überschreitet. Kommt das öfter vor, können Fremd-Flirts die gesamte Partnerschaft gefährden. Setzen Sie nicht durch scheinbar harmlose Flirts Ihre Beziehung aufs Spiel. Flirten Sie stattdessen lieber öfter mit Ihrem (langjährigen) Partner. Verhalten Sie sich dabei so, als wollten Sie ihn ganz neu von sich überzeugen: Geben Sie alles, holen Sie Ihr gesamtem „Flirt-Repertoire“ hervor und ziehen Sie alle „Flirt-Register“. Wahrscheinlich wird Ihr Liebster zunächst überrascht sein, aber schon bald ebenso leidenschaftlich mit Ihnen flirten. Das hält die Liebe frisch und weckt die Schmetterlinge im Bauch wieder auf, die vielleicht schon so lange eingeschlafen sind.

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Über die Autorin / den Autor

Juliane Schrick ist Psychologin (M.Sc.) und absolviert aktuell die Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin. Sie hat Erfahrung in der stationären und ambulanten Unterstützung von Menschen und Paaren in Krisensituationen und ist in der psychologischen Online-Beratung tätig. Seit mehreren Jahren forscht sie mit Leidenschaft im Bereich der Paar- und Beziehungspsychologie.