Emotionale Intimität

Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
Lesedauer: Minuten
Juliane Schrick
Psychologin (M.Sc.) und Gastautorin bei PaarBalance
Lesedauer: Minuten
Schon alle Zutaten für eine glückliche Beziehung beisammen? 
Jetzt Video anschauen!
Warum Emotionale Intimität so wichtig ist und auf welche Art sie gepflegt werden kann

Wer einen Menschen liebt, möchte ihm nah sein. Kuscheln, Küssen, erotische Zweisamkeit und Sex sind daher für die meisten Paare unverzichtbar.

Damit eine Beziehung langfristig als liebevoll und erfüllend erlebt wird, ist neben der körperlichen Nähe aber auch die emotionale Intimität - also der Austausch von persönlichen Gedanken und tiefen Gefühlen - zwischen den Partnern zentral.

Warum sie so wichtig ist und auf welche Art sie gepflegt werden kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ohne emotionale Intimität kann eine Partnerschaft nicht überleben

Ohne emotionale Intimität kann eine Partnerschaft nicht überleben

Sich einer Person auf emotionaler Ebene nah zu fühlen, erfüllt bedeutsame Funktionen in Beziehungen. Nur, wenn beide Partner sich öffnen und den anderen an der eigenen Gefühlswelt teilhaben lassen, können die Liebenden sich intensiv kennenlernen. Erst dieses tiefe Einander-Kennen-und-Verstehen ermöglicht eine innige Verbindung zwischen den Partnern, die ein Leben lang hält.

So schafft emotionale Intimität die Grundlage für gegenseitiges Vertrauen in der Partnerschaft und fördert einen positiven Austausch zwischen den Partnern. Wenn beide zuverlässig einschätzen können, was der Liebste denkt und „wie er tickt“, sinkt das Risiko für Missverständnisse.

Das trägt zu einer konstruktiveren Kommunikation bei, fördert eine effektive Konfliktlösung und beugt handfesten Streitigkeiten vor. In einer Beziehung, in der eine Atmosphäre emotionaler Intimität herrscht, suchen die Partner zudem mehr körperliche Nähe und setzen so einen Kreislauf in Gang, in dem sich die körperliche und die gefühlsmäßige Intimität gegenseitig verstärken.

Durch diese positiven Effekte erhöht emotionale Intimität auf der einen Seite die Zufriedenheit mit der gesamten Beziehung und auf der anderen Seite auch das individuelle Wohlbefinden jedes Partners.

Wie lässt sich die emotionale Intimität in der Beziehung fördern?

Wie lässt sich die emotionale Intimität in der Beziehung fördern?

Im Laufe einer langen Beziehung erleben die meisten Paare Phasen, in denen die Partner sich einander weniger nah fühlen. Vielen Paaren machen solche Phasen Angst. Sie sind jedoch grundsätzlich kein Grund zur Sorge, denn dass Partnerschaften sich stetig entwickeln und verändern und das Gefühl der Verbundenheit schwankt, ist absolut normal. So ist es auch natürlich, dass die emotionale Intimität zwischen den Partnern phasenweise stärker und dann wieder schwächer zu spüren ist.

Nimmt die emotionale Nähe und der intime Austausch jedoch immer weiter ab, ohne sich zu stabilisieren, oder fühlen die Partner sich über einen längeren Zeitraum einander fremd, kann das ein Warnsignal sein. Die Beziehung ist möglicherweise in Gefahr.

Daher raten Paartherapeuten, frühzeitig aktiv einzugreifen und die emotionale Intimität mit kleinen Veränderungen zu fördern, bevor sich das Gefühl der Entfremdung festigt. Der stärkste ‚Booster‘ für die emotionale Verbundenheit ist Zeit zu zweit.

Damit sind allerdings keine gemeinsamen Wocheneinkäufe oder Haushaltsaufgaben gemeint, sondern „Dates“ mit schönen Unternehmungen. Sorgen Sie dafür, dass Sie in dieser Zeit ungestört sind:

  • Schalten Sie das Handy aus,

  • organisieren Sie eine Kinderbetreuung und

  • konzentrieren Sie sich voll und ganz auf Ihren Liebsten.

Wer die „Date-Nights“ als fixe Termine plant und in den Kalender einträgt, läuft weniger Gefahr, sie im stressigen Alltag zu vergessen. Kommen Sie sich in dieser gemeinsamen „Quality Time“ wieder nah, am besten auf allen Ebenen: Körperlich und emotional. Zeigen Sie sich gegenseitig Ihre Liebe und Zuneigung, indem Sie kuscheln und sich küssen – nicht nur flüchtig zur Begrüßung oder zum Abschied, sondern liebevoll und lang.

Sprechen Sie außerdem über die Dinge, die Sie bewegen: Ihre Gefühle, die Gedanken, die Ihnen durch den Kopf gehen, Erlebnisse und Erfahrungen, die Sie gerne miteinander teilen möchten. Seien Sie aufmerksam, was Ihr Mann oder Ihre Frau Ihnen berichtet, und reagieren Sie mit Wertschätzung und echtem Interesse. Erinnern Sie sich zusammen an Ihre schönsten gemeinsamen Momente und schmieden Sie Zukunftspläne.

Kurzum: Machen Sie Ihren Partner und Ihre Beziehung für einige Stunden zur höchsten Priorität. Möglichst regelmäßig – zumindest jedoch einmal im Monat. Intensivieren Sie so die emotionale Intimität in Ihrer Partnerschaft und erleben Sie, wie Ihre gesamte Beziehung profitiert.

Jetzt Beziehungstest machen und Klarheit gewinnen!

Wie steht es um meine Beziehung?
💡
Über 50.000 Menschen haben bereits Klarheit durch den Beziehungstest.
Über die Autorin / den Autor

Juliane Schrick ist Psychologin (M.Sc.) und absolviert aktuell die Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin. Sie hat Erfahrung in der stationären und ambulanten Unterstützung von Menschen und Paaren in Krisensituationen und ist in der psychologischen Online-Beratung tätig. Seit mehreren Jahren forscht sie mit Leidenschaft im Bereich der Paar- und Beziehungspsychologie.